Einstieg | Konzentrationslager

 Im nationalsozialistischen Deutschland wurden nach der "Machtergreifung" 1933 von der SA zahlreiche "Schutzhaftlager" für politische Gegner eingerichtet. Im Zuge der Konsolidierung des NS-Staates wurden diese "wilden" KZs durch offizielle Lager in SS-Regie unter dem Reichsführer H. Himmler abgelöst. Die bekanntesten waren Dachau, Oranienburg (später Sachsenhausen), Buchenwald, Groß-Rosen, Flossenbürg, Ravensbrück und Mauthausen.

Ursprünglich gedacht als Umerziehungslager (aus denen man nach guter Führung auch entlassen werden konnte), wandelten sich die KZs rasch zu Instrumenten einer aggressiven Rassen- und Bevölkerungspolitik: In die KZs wurden neben tatsächlichen und vermeintlichen Regimegegnern vor allem auch Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, sozial Unangepasste, Geistliche, Zeugen Jehovas, Behinderte und Kriegsgefangene eingeliefert und zu Arbeitssklaverei gezwungen, wobei die Lebensverhältnisse in den Lagern so beschaffen waren, dass ein Großteil der Insassen an Seuchen, Hunger, Entkräftung und Misshandlungen zugrunde ging. Zahlreiche Häftlinge wurden auch für grausame "medizinische Experimente" missbraucht.

Im Rahmen der 1941/42 beschlossenen . Endlösung der Judenfrage wurden im besetzten Polen Vernichtungslager errichtet, die ausdrücklich der Massentötung von Juden dienten. Die dorthin deportierten Menschen wurden entweder sofort durch Gas getötet oder, sofern sie arbeitsfähig waren, durch die systematische "Vernichtung durch Arbeit", z.B. in den Lagern Auschwitz und Majdanek. Die Gesamtzahl der Häftlinge in von Deutschen errichteten KZs wird auf 7,2 Mio. geschätzt, von denen bei Kriegsende noch ca. 500 000 am Leben waren.

Auschwitz

Im Zweiten Weltkrieg größtes nationalsozialistisches KZ und Vernichtungslager; eingerichtet Mai/ Juli 1940 (Auschwitz I = Stammlager), erweitert 1941 (Auschwitz III = Monowitz/ Lager Buna) und Ende 1941/ Anfang 1942 (Auschwitz II = Birkenau, das eigentliche Vernichtungslager). Auschwitz hatte eine Doppelfunktion, es diente mit seinen rund 40 Außenstellen einerseits als Arbeitslager, zum anderen der Tötung von kranken Häftlingen, Sinti und Roma, Kriegsgefangenen, vor allem aber von Juden im Rahmen der so genannten Endlösung der Judenfrage.

In Auschwitz, dessen Gaskammern von Mitte 1941 bis Ende Oktober 1944 in Betrieb waren, sind über eine Million Menschen getötet worden, weitere 500 000 Häftlinge erlagen Folter, Menschenversuchen und den Haftbedingungen (Gesamtschätzungen reichen bis 3 Millionen Ermordete). Im Januar 1945 erreichten Einheiten der Roten Armee das evakuierte Auschwitz, wo sie nur 7 600 Überlebende vorfanden.

Majdanek

Im Zweiten Weltkrieg Standort eines nationalsozialistischen Konzentrationslagers (KZ). Es wurde im Oktober 1941 ursprünglich als Kriegsgefangenenlager der Waffen-SS am Stadtrand von Lublin errichtet, diente der SS aber als Vernichtungslager.

Es war für 25 000 bis 50 000 Häftlinge bestimmt, bei denen es sich zumeist um Juden handelte. Spätestens vom Oktober 1942 an wurde im Lager eine Vergasungsanlage in Betrieb genommen, nach gerichtlicher Feststellung wurden in Majdanek mindestens 200 000 Menschen bis zum Herbst 1943 vergast. Der Majdanek-Prozess gegen führende Funktionäre des Vernichtungslagers war das bis dahin längste Verfahren der deutschen Justizgeschichte (1975-81).

Treblinka

1942 bis 1944 Vernichtungslager der Nationalsozialisten im Südosten von Warschau; in Treblinka wurden fast 1 000 000 Menschen, meist Juden getötet, darunter schätzungsweise 320 000 Juden aus dem Warschauer Ghetto. Nach einem Aufstand im August 1943 wurde es abgerissen. Ebenfalls in Treblinka befand sich von 1941 bis 1944 ein Arbeitslager, in dem vor allem nichtjüdische Polen Zwangsarbeit verrichten mussten.